Von Dennis Sikorski
#1 Texas 34-3 #18 Oklahoma
Die Texas Longhorns gewinnen das Red River Rivalry Game souverän gegen ein chancenloses Oklahoma. Das erste Viertel wird von beiden Defensiven dominiert, Texas QB Quinn Ewers erster Pass des Spiels wird direkt abgefangen. Die Sooners verschießen im Anschluss das Field Goal, nach 15 Minuten führt man trotzdem 0-3. Danach wachen die Longhorns so richtig auf – die Offensive erzielt drei Touchdowns in den nächsten vier Drives, die Defensive forciert außerdem zwei Turnover. Zur Halbzeit führt Texas 21-3, verpasst aufgrund eines verschossenen Field Goals, den Punkteunterschied deutlicher zu machen. Zu dem Zeitpunkt wirkt dieses Spiel bereits entschieden, da Oklahoma mit Freshman QB Michael Hawkins Jr. den Ball überhaupt nicht bewegen kann und Hawkins Jr. bei fast jedem Dropback direkt unter Druck steht. In der zweiten Hälfte verwalten die Longhorns die Führung souverän und dürfen über einen prestigereichen Sieg bejubeln. Texas RB Quintrevion Wisner hat sich mittlerweile als bester Back des Teams etabliert und läuft für 118 Rush Yards und einen Touchdown. Im Passspiel ist TE Gunnar Helm (5-91-1) das produktivste Target der Longhorns. Auf der anderen Seite liegt es unter anderem an Sophomore LB Anthony Hill Jr. (2 Sacks, 3.5 TFLs), dass Oklahoma kein einziges explosives Play aufweisen kann.
#2 Ohio State 31-32 #3 Oregon
Das Top-Spiel enttäuscht nicht! Wir sehen sieben Führungswechsel, mehr Punkte als viele erwartet haben und ein kurioses Spielende. Ohio State erzielt mit dem ersten Drive direkt den Touchdown, Oregon wird zum Punten gezwungen. Danach leistet sich Ohio State RB Quinshon Judkins einen Fumble in der eigenen Hälfte, den Oregon RB Jordan James zwei Plays später mit einem Touchdown bestraft. Zum Ende des ersten Vierts verschießt Oregon ein 44-yard Field Goal zur möglichen Führung. Das zweite Viertel wird dann punktereich – sowohl Ohio State als auch Oregon brauchen jeweils lediglich vier Plays für einen Touchdown. Oregon HC Dan Lanning überrascht im Anschluss mit einem Onside-Kick, den die Ducks auch sichern können. Das darauffolgende Field Goal bringt den Führungswechsel zum 14-15. Danach fallen weitere Touchdowns, Oregon bleibt mit einem Punkt zur Halbzeit vorne – 21-22. In der zweiten Halbzeit erwischen wieder die Buckeyes den besseren Start: Freshman WR Jeremiah Smith erzielt seinen fünften Rec TD der Saison, die Defensive stoppt Oregon bei 4th & Goal an der 2-yard Line. Im vierten Viertel kommen die Ducks jedoch wieder zurück: QB Dillon Gabriel erläuft einen 27-yard TD, mit dem Oregon erneut mit einem Punkt führt. Ohio State geht mit einem Field Goal wieder in Führung und die eigene Goal Line Defense hält auch ein zweites Mal, sodass Oregon das kurze Field Goal von der 1-yard Line kickt. Mit etwas unter zwei Minuten bekommt Ohio State den Ball zurück und benötigt lediglich ein Field Goal zum Sieg. In der gegnerischen Hälfte kassiert Smith eine Offensive Pass Interference, die Ohio State in 3rd&25 bringt. Beim nächsten Play hat Oregon bewusst einen Spieler zu viel auf dem Feld, wodurch die Uhr trotz Strafe runtertickt und bei sechs Sekunden stehen bleibt. QB Will Howard entscheidet sich für einen späten Scramble, beim Slide ist die Uhr bereits abgelaufen – das Spiel ist vorbei! Bei Oregon brilliert endlich WR Evan Stewart (zuvor Texas A&M), der in seinen Duellen gegen Top-CB Denzel Burke mehrmals die Oberhand behält und dabei 7 Catches für 149 Rec Yards und 1 Rec TD erzielt. Mit dem Sieg ist Oregon der neue Favorit auf die Big Ten, Ohio State geht nun in eine Bye Week und muss diese Saison noch gegen drei Top-25 Teams ran, unter anderem gegen Penn State.
#4 Penn State 33-30 (OT) USC
Penn State reist an die Westküste und holt sich den Sieg bei USC in Overtime. Dabei sehen die USC Trojans in der ersten Hälfte wie das bessere Team aus und finden immer wieder explosive Plays über die RBs Woody Marks und Quinten Joyner. Ein erfolgreiches 47-yard Field Goal schickt das Heimteam mit einer 6-20 Führung und viel Selbstbewusstsein in die Kabine. Doch dann übernimmt Penn State. Die Nittany Lions benötigen zwei Drives, um auszugleichen. Zum Ende hin wandelt Penn State bei 23-30 Rückstand 4th&10 und 4th&7 zu neuen 1st Downs und gleicht durch RB Nicholas Singleton zum 30-30 aus. Beide QBs werfen im Anschluss noch zwei Picks. In der Overtime verschießt USC ein 45-yard Field Goal, Penn State wiederum trifft und gewinnt damit diese Partie. Spieler des Spiels ist Penn State TE Tyler Warren, der rekordverdächtige 17 Catches für 224 Rec Yards auflegt und bei seinem Touchdown den Spielzug sogar als Snapper eröffnet. Mit dem Sieg bleibt Penn State weiterhin ungeschlagen und ein heißer Anwärter auf die Big Ten Championship, USC hingegen verliert bereits sein drittes Spiel gegen Big Ten-Konkurrenz und erneut mit einem 1-score Unterschied. USC HC Lincoln Riley hat aus den letzten 13 Spielen lediglich fünf Siege holen können, der Trainerstuhl wird langsam etwas wärmer.
#9 Ole Miss 26-29 (OT) #13 LSU
Ein Spiel, das Ole Miss eigentlich nicht verlieren darf. Das erste Viertel endet noch punktelos, dabei scheitern die Rebels nach einem Turnover bei 4th&1 an der gegnerischen 4-yard Line und verschießen dazu ein 32-yard Field Goal. Danach fangen beide Teams mit dem Punkten an. LSU verkürzt spät im zweiten Viertel auf 17-10 und darf nach einem Fumble von RB Henry Parrish Jr. mit einem weiteren Field Goal auf vier Punkte verkürzen. Anfang des vierten Viertels wird ein Pass von QB Jaxon Dart in der Endzone abgefangen, mit dem die Rebels ansonsten mit 2-scores in Führung gegangen wären. Zum Ende des Spiels führt Ole Miss 23-16, LSU bekommt den Ball mit knapp drei Minuten zurück. LSU QB Garrett Nussmeier findet bei 4th&7 zunächst TE Mason Taylor für ein neues 1st Down und bei 4th&5 WR Aaron Anderson zum 23-yard Touchdown – es geht in die Overtime. Dort muss Ole Miss aufgrund von zwei Strafen ein 57-yard Field Goal versuchen, das von K Caden Davis auch getroffen wird. Bei LSU hingegen findet Nussmeier mit dem ersten Play WR Kyren Lacy zum Touchdown – die Tigers gewinnen damit dieses Top-Spiel, ohne in der regulären Spielzeit jemals geführt zu haben. Die LSU Defensive erlaubt zwar 464 Total Yards, jedoch sammelt sie auch 6 Sacks, 9 Tackles for Loss und forciert zwei Turnover. Für Ole Miss ist es bereits die zweite Conference-Niederlage, die die Teilnahme an den Playoffs erschwert, zumal man diese Saison noch gegen Georgia antreten muss. LSU hat nach der Auftaktniederlage gegen USC nun fünf Spiele in Folge gewonnen und klettert so langsam den AP Poll wieder nach oben.
#16 Utah 19-27 Arizona State
Arizona State gelingt der Upset gegen Utah. Dabei kehrt bei den Utes starting-QB Cam Rising zurück, wirft aber drei Interceptions und hat eins seiner schlechtesten Spiele seit langem. Nach dem Spiel wird bekanntgemacht, dass Rising sich eine lower-body Verletzung zugezogen hat und damit die restliche Saison ausfallen wird. Bei Arizona State überzeugt in der Offensive erneut RB Cam Skattebo mit 199 Total Yards sowie 2 TDs und die Defensive zwingt Utah immer wieder zu Field Goals. Für 2nd-year HC Kenny Dillingham ist es der erste Sieg bei den Sun Devils gegen ein Top-25 Team. Der Rebuild scheint im zweiten Jahr bereits weitervorangeschritten, als man vor der Saison geglaubt hat. Arizona State benötigt noch einen Sieg aus den letzten sechs Partien zur Bowl-Teilnahme. Utah ist nach den back-to-back Niederlagen gegen die Arizona-Schulen zunächst aus dem Rennen um die Big 12 Krone raus.
#18 Kansas State 31-28 Colorado
Kansas State gewinnt ein knappes Spiel bei den Colorado Buffaloes. Colorado erzielt zwar den ersten Touchdown zur 0-7 Führung, liegt jedoch früh im dritten Viertel 21-7 hinten. Colorado kann die Partie jedoch im vierten Viertel drehen, denn nach einem Rush TD von RB Isaiah Augustave wird Kansas State QB Avery Johnsons Pass bei 4th&6 abgefangen und weit zurückgetragen. Zwei Plays später findet QB Shadeur Sanders seinen WR LaJohntay Wester in der Endzone zur 24-28 Führung. Die Buffaloes lassen jedoch wenige Plays später einen 50-yard Touchdown von Johnson auf WR Jayce Brown zu, mit dem die Wildcats wieder in Führung gehen. Colorado, die seit der ersten Hälfte auf WR/CB Travis Hunter wegen einer Schulterverletzung verzichten müssen, kommt nicht mehr in die gegnerische Hälfte und verliert damit sein erstes Spiel im Big 12-Schedule. Kansas State steht nun ebenfalls 2-1 in der Conference und konnte sich nach der deutlichen Niederlage bei BYU wieder etwas vom Mittelfeld absetzen.
Washington 16-40 Iowa
Die Washington Huskies, die in der Vorwoche noch Michigan besiegen konnten, verlieren deutlich gegen die Iowa Hawkeyes. Zur Halbzeit ist das Ergebnis mit 10-17 noch relativ eng, in der zweiten Hälfte zieht Iowa dann davon. Während die Washington Offense zunächst eine Interception wirft und die nächsten drei Drives bei 4th down scheitert, punktet Iowa mit jedem Drive und erzielt damit bereits zum vierten Mal 30+ Punkte in einem Spiel – letzte Saison gelang es den Hawkeyes nur ein einziges Mal. Iowa RB Kaleb Johnson ist erneut der beste Offense Spieler des Teams mit 21 Carries für 166 Rush Yards und 2 TDs. Die Huskies stehen nun 4-3 und müssen weiterhin um die Bowl-Teilnahme kämpfen.
„Blick über den Tellerrand“
South Carolina 25-27 #7 Alabama
Bei der Alabama Crimson Tide läuft es weiterhin unrund, denn nach dem Upset von Vaderbilt gewinnt man im eigenen Stadion nur knapp gegen South Carolina. Trotz vier Turnovern von South Carolina legt Alabama lediglich 313 Total Yards auf und muss sich bei den Gamecocks bedanken, dass man dieses Spiel nicht verloren hat. Im vierten Viertel erläuft Alabama QB Jalen Milroe einen Touchdown zum 19-20, der 2-point Versuch scheitert jedoch. South Carolina verschießt im Anschluss ein 51-yard Field Goal und die Crimson Tide kann mit einem 34-yard TD Pass auf WR Germie Bernard die Führung weiter ausbauen. Den Gamecocks bleiben rund zwei Minuten für acht Punkte. QB LaNorris Sellers findet WR Nyck Harbor in der Endzone, der mit einem spektakulären Catch den Touchdown sichern kann. Die 2-point zur möglichen Overtime scheitert jedoch. Es folgt einer der besten Onside-Kicks, den man in den letzten Jahren bestaunen konnte – South Carolina kann den Dropkick von P Kai Kroeger überraschend sichern. Mit etwa 30 Sekunden auf der Uhr stehen die Gamecocks auf Höhe der Mittelinie und können mit einem Field Goal das Spiel für sich entscheiden. Bei 3rd & 8 steht Sellers mächtig unter Druck und wirft den Ball in die Richtung der Endzone, CB Domani Jackson (zuvor USC) kann den Ball abfangen und rettet damit Alabama vor der nächsten Enttäuschung.
Florida 17-23 (OT) #8 Tennessee
Ähnlich wie Alabama kann auch Tennessee nach dem Upset letzte Woche gegen Arkansas nicht überzeugen und muss gegen die Florida Gators in die Overtime. Zur Halbzeit steht es 3-0, die Volunteers haben zu diesem Zeitpunkt bereits zwei Turnover von QB Nico Iamaleava zu verzeichnen, Florida kann daraus jedoch keine Punkte machen. Die Gators gehen im dritten Viertel nach einem TD-Pass von QB Graham Mertz auf TE Arlis Boardingham mit 10-0 in Front, jedoch verletzt sich Mertz bei der Aktion schwer und wird danach von Freshman QB DJ Lagway ersetzt. Nach dem Spiel bestätigt Mertz in den sozialen Medien, dass er sich das Kreuzband gerissen hat und bedankt sich für die zwei Jahre in Florida – gut möglich, dass das sein letzter Snap am College war. Tennessee erzielt 17 Punkte in den nächsten vier Drives, beide Touchdowns werden von RB Dylan Sampson erzielt. Die 10-17 Führung hält beinahe bis zum Schlusspfiff, jedoch gelingt Lagway bei 3rd & 19 spät im vierten Viertel ein 27-yard TD Pass auf WR Chimere Dike zum Ausgleich. In der Overtime verschießt Florida zunächst ein 47-yard Field Goal, für die Volunteers findet erneut Sampson die Endzone zum Sieg. RB Dylan Sampson beendet das Spiel mit 27 Rushes für 112 Rush Yards und 3 TDs. Nächste Woche treffen Tennessee und Alabama aufeinander.
Purdue 49-50 (OT) #23 Illinois
39 Punkte im letzten Viertel! Trotz eines unglaublichen Comebacks von Purdue, scheitert man nur knapp in der Overtime. Das Big Ten Punktefest ist zunächst eine eindeutige Gelegenheit, denn die Illinois Fighting Illini führt früh im dritten Viertel bereits 3-27. Die Boilermakers machen in diesem Viertel noch 17 Punkte am Stück, unter anderem durch einen Defensive TD nach Strip-Sack. Illinois kann jedoch immer wieder im vierten Viertel punkten. Mit 1:32 auf der Uhr erzielt Purdue den Touchdown zum 35-40 und kann im Anschluss den Onside-Kick sichern. Drei Plays später führt man dank Touchdown und erfolgreichem 2-point Attempt 43-30. Illinois QB Luke Altmyer findet bei 3rd&17 WR Hank Beatty, der nicht nur ein neues 1st Down erzielt, sondern die Fighting Illini auch in Field Goal Range bringt. Das 38-yard Field Goal sitzt, es geht tatsächlich in die Overtime. Illinois startet mit einem TD-Pass auf WR Pat Bryant, Purdue kann kontern, entscheidet sich aber für den 2-point, um das Spiel an dieser Stelle zu beenden. QB Ryan Browne hat frühzeitig Druck im Gesicht und wird zu Boden gebracht – Illinois gewinnt. Am Ende des Spiels stehen beide Teams bei 500+ Total Yards.